Was ist ein CASP (Crypto-Asset Service Provider)? Einfach erklärt

Was ist ein CASP (Crypto-Asset Service Provider)?

Ein CASP (Crypto-Asset Service Provider) ist ein Unternehmen, das innerhalb der Europäischen Union professionelle Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowerten anbietet. Der Begriff wurde durch die europäische MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets Regulation) eingeführt und beschreibt Unternehmen, die Kryptowährungen oder andere Krypto-Assets für ihre Kunden verwahren, handeln oder übertragen.

Wenn eine Plattform es Ihnen ermöglicht, Kryptowährungen zu kaufen, zu verkaufen, zu verwahren oder zu übertragen und ihre Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union anbietet, benötigt sie grundsätzlich eine MiCA-Zulassung als CASP.

Ohne diese Zulassung darf ein Unternehmen die entsprechenden Krypto-Dienstleistungen innerhalb der EU in der Regel nicht rechtmäßig anbieten.

Welche Dienstleistungen bietet ein CASP an?

Ein CASP ist keine einzelne Unternehmensart, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Anbieter von Krypto-Dienstleistungen.

Je nach Geschäftsmodell kann ein CASP beispielsweise eine Kryptobörse, ein Verwahrdienstleister, ein Broker oder ein Unternehmen sein, das mehrere dieser Dienstleistungen gleichzeitig anbietet.

Nach der MiCA-Verordnung gehören unter anderem folgende Tätigkeiten zu den regulierten Krypto-Dienstleistungen:

  • Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten: Sichere Aufbewahrung der Krypto-Assets von Kunden. Wenn Sie Ihre Bitcoin auf einer Börse wie Binance oder Coinbase belassen, nutzen Sie einen Verwahrdienst.
  • Betrieb einer Handelsplattform: Bereitstellung einer Plattform, auf der Nutzer Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder tauschen können.
  • Tausch zwischen Kryptowährungen und Fiatgeld: Umtausch von Bitcoin oder anderen Kryptowährungen in Euro oder andere gesetzliche Zahlungsmittel sowie umgekehrt.
  • Tausch zwischen verschiedenen Krypto-Assets: Direkter Wechsel von einer Kryptowährung in eine andere, beispielsweise Bitcoin gegen Ethereum.
  • Ausführung von Kundenaufträgen: Durchführung von Kauf- oder Verkaufsaufträgen im Namen der Kunden.
  • Transfer von Krypto-Assets: Übertragung digitaler Vermögenswerte zwischen Wallets oder Plattformen.
  • Anlageberatung und Portfolioverwaltung: Beratung zu Kryptowerten oder Verwaltung von Kundenportfolios.

In der Praxis kombinieren die meisten großen Kryptoplattformen mehrere dieser Dienstleistungen. Eine Börse wie Binance bietet beispielsweise Handel, Verwahrung und den Umtausch zwischen Kryptowährungen und Euro innerhalb einer einzigen Plattform an.

Pflichten eines CASP und Schutz der Nutzer

Die Zulassung als CASP ist weit mehr als eine formale Genehmigung. Unternehmen müssen nachweisen, dass sie organisatorisch, finanziell und technisch in der Lage sind, Krypto-Dienstleistungen sicher anzubieten und die Vermögenswerte ihrer Kunden zu schützen.

Genau darin liegt der größte Unterschied zwischen einem nach MiCA zugelassenen CASP und einer Plattform, die ohne entsprechende Lizenz tätig ist.

Um eine CASP-Zulassung zu erhalten, müssen Unternehmen unter anderem folgende Anforderungen erfüllen:

  • Identitätsprüfung (KYC): Implementierung von Know Your Customer (KYC)-Verfahren. Deshalb verlangen regulierte Plattformen bei der Registrierung in der Regel einen Personalausweis oder Reisepass sowie eine Identitätsprüfung.
  • Bekämpfung von Geldwäsche (AML): Einführung von Verfahren zur Erkennung und Meldung verdächtiger Transaktionen gemäß den europäischen Geldwäschevorschriften.
  • Schutz der Kundenvermögen: Krypto-Assets und Kundengelder müssen jederzeit getrennt vom Vermögen des Unternehmens verwahrt werden. Sie dürfen nicht für eigene Geschäftszwecke verwendet werden.
  • IT- und Cybersicherheit: Unternehmen müssen geeignete Sicherheitsmaßnahmen implementieren, um Kundengelder und Daten vor Cyberangriffen und Sicherheitsvorfällen zu schützen.
  • Interne Kontrolle und Compliance: CASPs benötigen wirksame Kontrollmechanismen, Risikomanagement und eine Unternehmensführung, die den Anforderungen der MiCA-Verordnung entspricht.

Für Sie als Nutzer bedeutet das vor allem mehr Sicherheit.

Ein regulierter CASP darf Kundengelder nicht für eigene Geschäfte verwenden, muss transparent über Gebühren und Risiken informieren und Verfahren für Beschwerden sowie den Umgang mit Kundenanfragen bereitstellen.

Eine Plattform, die nicht über eine MiCA-Zulassung verfügt, unterliegt diesen regulatorischen Anforderungen innerhalb der Europäischen Union nicht.

Was ist der Unterschied zwischen CASP und VASP?

Neben dem Begriff CASP begegnet man häufig auch der Abkürzung VASP (Virtual Asset Service Provider). Beide Begriffe beschreiben ähnliche Unternehmen, stammen jedoch aus unterschiedlichen regulatorischen Rahmenwerken.

  • VASP ist der international verwendete Begriff der Financial Action Task Force (FATF). Er wird vor allem im Zusammenhang mit Geldwäscheprävention und internationalen Compliance-Vorgaben verwendet.
  • CASP ist der offizielle Begriff der MiCA-Verordnung und gilt für Unternehmen, die Krypto-Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union anbieten.

Für Nutzer innerhalb der EU ist heute vor allem der Begriff CASP relevant.

Ein Unternehmen kann zwar in einem Drittstaat als VASP registriert sein. Möchte es seine Dienstleistungen jedoch innerhalb der Europäischen Union anbieten, muss es grundsätzlich die Anforderungen der MiCA-Verordnung erfüllen und – sofern erforderlich – eine CASP-Zulassung besitzen.

Mit der vollständigen Umsetzung von MiCA wird sich der Begriff CASP als Standardbezeichnung für regulierte Kryptodienstleister innerhalb Europas etablieren, während VASP weiterhin vor allem im internationalen regulatorischen Umfeld verwendet wird.

CASPs und Stablecoins

Stablecoins wie USDT oder USDC werden im Rahmen der MiCA-Verordnung strenger reguliert als die meisten anderen Krypto-Assets.

Der Grund dafür ist einfach: Stablecoins sollen einen möglichst stabilen Wert behalten und werden zunehmend für Zahlungen, internationale Überweisungen und den Handel mit Kryptowährungen verwendet. Dadurch spielen sie eine wichtigere Rolle im Finanzsystem als viele andere Krypto-Assets.

CASPs, die den Handel oder die Verwahrung von Stablecoins anbieten, müssen deshalb zusätzliche regulatorische Anforderungen erfüllen.

Für die Emittenten von Stablecoins gelten sogar noch strengere Vorschriften. Sie müssen jederzeit nachweisen können, dass ausreichende Reserven vorhanden sind, um sämtliche ausgegebenen Token vollständig abzudecken.

Für Nutzer bedeutet das vor allem mehr Transparenz und ein höheres Maß an Sicherheit. Ziel der MiCA-Verordnung ist es, das Risiko eines Zusammenbruchs wie beim Stablecoin TerraUSD (UST) im Jahr 2022 deutlich zu reduzieren.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Leitfaden zur MiCA-Verordnung.

Beispiele für CASPs

Zu den bekanntesten Unternehmen, die Krypto-Dienstleistungen anbieten, gehören unter anderem:

  • Binance – eine der weltweit größten Kryptobörsen.
  • Coinbase – eine börsennotierte Kryptobörse mit Schwerpunkt auf Europa und Nordamerika.
  • Kraken – eine etablierte Handelsplattform mit besonderem Fokus auf Sicherheit und Compliance.
  • Bitstamp – eine der ältesten Kryptobörsen Europas.
  • Abarai – eine Krypto-Plattform, die den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen innerhalb Europas ermöglicht.

Wichtig ist jedoch:

Ob ein Unternehmen tatsächlich als CASP tätig ist, hängt nicht allein von seiner Größe oder Bekanntheit ab, sondern davon, ob es über die erforderliche MiCA-Zulassung verfügt.

Ein CASP, der in einem EU-Mitgliedstaat zugelassen wurde, kann seine Dienstleistungen grundsätzlich im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum über den sogenannten europäischen Passporting-Mechanismus anbieten.

Ob ein Unternehmen über eine gültige Zulassung verfügt, lässt sich in den öffentlichen Registern der zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden überprüfen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist eine Kryptobörse dasselbe wie ein CASP?
Nein. Eine Kryptobörse ist lediglich eine Form eines Crypto-Asset Service Providers (CASP). Der Begriff CASP umfasst außerdem Verwahrstellen, Broker, Anbieter von Krypto-Transfers sowie Unternehmen, die Anlageberatung oder Portfolioverwaltung im Zusammenhang mit Kryptowerten anbieten.
Wie erkenne ich, ob eine Plattform eine CASP-Zulassung besitzt?
Regulierte Anbieter veröffentlichen ihre Zulassung in der Regel auf ihrer Website im Bereich „Rechtliche Hinweise“ oder „Regulierung“. Zusätzlich führen die zuständigen nationalen Aufsichtsbehörden öffentliche Register, in denen zugelassene CASPs eingesehen werden können.
Ist eine CASP-Lizenz verpflichtend?
Ja. Unternehmen, die regulierte Krypto-Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union anbieten, benötigen grundsätzlich eine Zulassung nach der MiCA-Verordnung.
Was passiert, wenn ich eine Plattform ohne MiCA-Zulassung nutze?
Plattformen ohne MiCA-Zulassung unterliegen innerhalb der Europäischen Union nicht denselben regulatorischen Anforderungen wie zugelassene CASPs. Dadurch können unter anderem geringere Anforderungen an Transparenz, Verbraucherschutz und den Schutz der Kundenvermögen gelten.
Gilt MiCA auch für Unternehmen außerhalb der EU?
Unternehmen mit Sitz außerhalb der Europäischen Union können ebenfalls unter MiCA fallen, wenn sie regulierte Krypto-Dienstleistungen für Kunden innerhalb der EU anbieten. Ob und in welchem Umfang eine Zulassung erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Geschäftsmodell und der Art der angebotenen Dienstleistungen ab.
Ist Binance ein CASP?
Große Kryptobörsen wie Binance, Coinbase oder Kraken arbeiten daran, ihre Dienstleistungen an die Anforderungen der MiCA-Verordnung anzupassen. Ob ein Unternehmen bereits über eine MiCA-Zulassung verfügt, sollte immer in den offiziellen Registern der zuständigen Aufsichtsbehörden überprüft werden.
Was bedeutet CASP?
CASP steht für Crypto-Asset Service Provider. Der Begriff bezeichnet Unternehmen, die regulierte Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowerten anbieten, beispielsweise Kryptobörsen, Verwahrstellen oder Broker.

Fazit

Ein CASP ist ein nach der MiCA-Verordnung regulierter Anbieter von Krypto-Dienstleistungen innerhalb der Europäischen Union.

Die Einführung des CASP-Regimes schafft europaweit einheitliche Standards für Kryptounternehmen und verbessert den Schutz der Nutzer. Zugelassene Anbieter müssen strenge Anforderungen in den Bereichen Sicherheit, Transparenz, Compliance und Verwahrung von Kundenvermögen erfüllen.

Für Nutzer bedeutet das vor allem mehr Vertrauen in regulierte Kryptoplattformen und klar definierte Schutzmechanismen innerhalb des europäischen Rechtsrahmens.

Wenn Sie Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder verwahren möchten, lohnt es sich daher, darauf zu achten, ob der jeweilige Anbieter über eine MiCA-Zulassung als CASP verfügt.